Eigene Erfahrungen beim Vorbereiten und Halten von Vorträgen
Proseminar
WS 2000/01 und WS 2001/02
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Die neue Sprache nicht nur im Web
Universität Karlsruhe, Fakultät für Informatik
Prof. Dr. Gerhard Goos und Dr. Sabine Glesner
Inhaltliche Vorbereitung
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Man sollte sich bei der Stoffsammlung dauernd das Thema vor Augen
halten und sollte sich nicht in Kleinigkeiten verlieren.
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Zuerst muß man verstehen, worüber man reden will. Man
sollte sich solange in den Stoff einarbeiten, bis einem genau klar
ist, worum es geht.
- Man sollte sich immer fragen, ob man Sachverhalte, die man auf seinen
Folien darstellt, nicht evtl. doch noch etwas vereinfachen kann. Es kann
z.B. reichen, nur das Schlagwort zu präsentieren.
- Bevor man den Vortrag hält, sollte man sich selbst fragen, ob man sich
sicher fühlt. Ist dies nicht so, so sollte man herausfinden, warum nicht.
Solche Unsicherheiten zeigen nämlich ziemlich oft, dass manche Stellen
des Vortrags nicht korrekt sind. Ist man sich nämlich sicher, kann man
sich nachher dafür rechtfertigen bzw. zugeben, dass man etwas nicht weiss
und dessen guten Gewissens sein.
- Ruhig etwas kritisch sein! Wenn man selbst nach einer intensiven
Literaturrecherche nicht zu einem Sachverhalt findet, so soll man ruhig
sagen, dass man dazu nichts gefunden hat. Sachverhalte, die in der
Literatur unklar dargestellt sind, sollen auch als unklar bewertet
werden. Nur weil der Autor einer Quelle renomiert scheint, muss nicht
alles klar und richtig sein, was dieser verfasst. Wenn man selbst an
etwas zweifelt, dies ruhig sagen, aber dann auch eine fundierte
Begründung angeben, warum das so ist.
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Mehrere Informationsquellen benutzen, um den Vortrag so objektiv wie möglich
zu halten.
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Es empfiehlt sich, sich mit dem Thema SEHR früh zu befassen. Bücher
zum Proseminarthema sind spätestens zum Vorlesungsbeginn des jeweiligen
Semesters fast alle ausgeliehen.
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Mindestens 3 bis 4 Wochen vor dem Termin mit dem Betreuer reden, damit
Verständnisprobleme möglichst früh ausgeräumt werden
können und es kurz vor dem Vortragstermin nicht zu Terminproblemen
kommt.
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Anschauliche Beispiel sind gut, sie sollten aber nicht zu "primitiv"
sein. Damit könnte ich dem Publikum suggerieren, sie seien nicht in der
Lage, den Sachverhalt nachzuvollziehen.
Beim Vorbereiten von Vorträgen
- Man sollte möglichst früh
versuchen, einen groben Überblick zu bekommen, damit man nicht
beim Eintippen in PowerPoint feststellt, dass man 35 Folien hat
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Überlegen, was die Zuhörer schon wissen und eine Einleitung zum
Thema geben, nicht sofort mit Details anfangen.
- Wenn man zu Hause den Vortrag für sich alleine übt,
braucht man beim richtigen Vortrag immer sehr viel länger!
Gestaltung der Folien
- Man sollte versuchen, eine logische Reihenfolge in den Ablauf
einzubauen.
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Bei PowerPoint alle 5 Minuten abspeichern.
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Serifenlose Schrift verwenden, am besten nur eine Schriftart.
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Beispiele möglichst kurz und übersichtlich halten, evtl. mit
Farben oder indem der ein oder andere Aspekt weggelassen wird.
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Besondere Kennzeichnungen mit Fett- und Kursivschrift.
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Nie mehr als sieben Aufzählungspunkte auf eine Folie.
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Quelltextbeispiele am besten immer mit eine Art Syntax-Highlightning
darstellen. Dies schafft Klarheit und Übersichtlichkeit.
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Maximal drei Farben auf einer Folie.
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Einheitlicher Stil auf den Folien, z.B. Fragen in Kästen mit abgerundeten
Ecken und Überschriften in Kästen mit kantigen Ecken.
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Hintergrundfarbe und Schriftfarbe einander anpassen, so dass Schrift gut
lesbar ist.
- Es ist darauf zu
achten, dass man nicht zu viele Farben verwendet, denn sonst verlieren
sie den Sinn der Markierung.
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Keine Farbe für den Hintergrund beim Entwurf der Folien. Das verwirrt
nur das Auge und erschwert so das Lesen.
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Die Folien immer noch mal auf einem TFT-Bildschirm anschauen, denn ein
Beamer ist nichts anderes als ein TFT-Bildschirm, der durchstrahlt wird.
Die Farben werden auf Nicht-TFT-Bildschirmen anders aussehen als auf
TFT-Bildschirmen. Unter Windows-Umgebungen empfiehlt es sich, für seinen
Bildschirm ein Farbprofil zu installieren. Dies sorgt einigermassen
dafür, dass die Farben einigermassen so dargestellt werden, wie sie auf
TFT aussehen werden.
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Beispiele bzw. "Versuche", die man an "real existierenden" Seiten,
Datenbanken o.ä. demonstrieren möchte, sind zwar recht unterhaltsam
und ggf. auch anschaulicher als ein Screenshot auf einer Folie, doch
sie bergen auch erhebliche Risiken: Wenn es mit der Technik nicht
funktioniert, wirkt dies nicht besonders gut, und man
verliert erheblich Zeit. Deshalb sollten solche Demonstrationen "am
lebenden Objekt" bevorzugt am Ende stehen, damit man den
verbleibenden Teil des Referates nicht kürzen muss. Man darf
sich nicht allzu sehr auf die Technik verlassen (Funkverbindung
klappt nicht, weil PPTP-Server down ist..); die Demonstration darf
also kein integraler Bestandteil des Vortrags sein.
Beim Halten von Vorträgen
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Nicht Richtung "Tafel" sprechen, man hat dadurch wenig Blickkontakt zu
den Zuhörern, ausserdem klingt man leiser.
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Die Zuhörer einbeziehen ist gut, es darf aber nicht zu persönlich
werden! In so einem Fall empfiehlt es sich, diejenige Person aus
psychologischen Gründen mit "Sie" anzureden, um klarzumachen, dass immer
noch eine gewisse Distanz zwischen ihm und mir besteht.
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Gedruckte Stichpunkte sind nicht besonders nützlich, weil man vergißt
umzublättern oder den betreffenden Stichpunkt in der Aufregung nicht
schnell genug findet.
(Anmerkung: Die gedruckten Stichpunkte sind für die Teilnehmer
des Proseminars gedacht, damit sie auch später noch den Vortrag nachvollziehen
können.)
- Als Ziel sollte man immer haben, den ganzen Vortrag ohne Folien und
Notizen frei halten zu können.
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Beispiele sehr langsam durchgehen und/oder vorher an Personen testen, die
von dem Stoff keine oder nur sehr wenig Ahnung haben.
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Bei Screenshots aufpassen, weil sie auf der Folie kleiner erscheinen als
man meint.
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Darauf achten, nur Stichworte vorzubereiten und nur in Ausnahmen ganze
Sätze.
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Eine Funkmaus oder ein ähnliches Geraet kann recht praktisch sein, da
man zur nächsten Folie schalten kann, ohne dass man zum Notebook
laufen muss; so sind auch mehr und komplexere Animationen
möglich. Auch der Augenkontakt reisst dadurch nicht so leicht ab. Der
Nachteil ist der, dass die Hand nicht mehr in dem Maße für
erklärende oder helfende Handbewegungen verfügbar ist.
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Aufkommende Fragen kann man auch zurückstellen und nach dem Vortrag
noch einmal besprechen. Das hält den Vortrag im Zeitrahmen.
Letzte Änderung: 20. Dezember 2000